Akupunktur bei Rückenschmerzen – Worauf kommt es an?

Nadelung

Zum kulturellen Welterbe der Menschheit gehört auch Akupunktur. So sieht die UNESCO in der zur Traditionellen Chinesischen Medizin gehörenden Therapieform ein schützenswertes Kulturgut. Akupunktur stellt heute eine beliebte Methode in Fernost aber auch in Westeuropa dar und wirkt, indem Nadeln an speziellen Punkten der Lebensenergielinien heilende Energien freisetzen. Schon seit dem zweiten Jahrhundert wird sie angewandt. Viele Patienten verbinden mit Akupunktur die Behandlung von Rückenschmerzen.

Akupunkteure setzen die Nadeltherapie bei leichten bis schweren sowie akuten und chronischen Schmerzen ein. Ein wichtiger Grundsatz der Chinesischen Medizin und damit auch der Akupunktur ist, ganzheitlich und ursächlich zu behandeln. Nicht Symptome, sondern die einer Erkrankung zugrunde liegenden Ursachen will sie erforschen und beheben. Bei leichten und mittelschweren Rückenschmerzen hilft Akupunktur als Einzelmethode mit wenigen Sitzungen oftmals sehr gut. Bei schweren chronischen Rückenleiden wird Akupunktur eher als Begleittherapie eingesetzt. Zudem zeigen Studien, dass Akupunktur konventionellen Schmerztherapien überlegen und nebenwirkungsarm ist.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Akupunktur bei Rückenschmerzen

Wie lange dauert eine Sitzung und wie geht sie vonstatten?
Jeder Akupunkteur akupunktiert ein wenig anders, aber bestimmte Punkte sollten erfüllt sein.

  1. Vor jeder Akupunktur sollte ein Akupunkteur wenigstens in Ansätzen eine chinesische Diagnose erheben. Zur chinesischen Diagnose gehört eine ausführliche Erörterung der Krankengeschichte sowie chinesische Zungen- und Pulsdiagnose.
  2. Die Lagerung des Patienten sollte bequem sein. Manchmal wird eine kleine Massage, z.B. am Rücken oder den Beinen, benötigt. Die Füße der Patienten sollen warm sein.
  3. Ein Akupunkteur sollte mit möglichst wenig Nadeln auskommen, ca. 5- 12 Stück, selten mehr.
  4. Der Akupunkteur arbeitet an den Nadeln bis er beim Patienten ein sogenanntes De Qi–Gefühl auslöst: Dieses äußert sich durch ein Kribbeln oder Strömungsgefühl, welches von der Nadel ausgeht und entlang der Meridiane (chinesischen Energiebahnen) verläuft. Manche Patienten empfinden ein Wärmegefühl, auch dumpfe Schmerzen oder Ähnliches. Das De Qi-Gefühl steht für eine patientengerechte Stimulation. Die Chinesen sagen, das Qi - die Lebensenergie - ist an der Nadel angekommen.
  5. Im Anschluss an die Akupunktur sollte ein Gespräch über die Behandlung stattfinden.


Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten. Eine gute Akupunkturwirkung erkennt man am besten daran, dass der Patient danach gelöster wirkt, seelisch wie körperlich.

Wie gut sind die Heilungschancen bei Rückenschmerzen?
Bei leichten und mittelschweren Krankheiten hilft die Akupunktur als Einzelmethode mit ca. 6 – 12 Sitzungen sehr gut. So zum Beispiel bei leichten Rückenschmerzen. Bei schweren chronischen Rückenleiden ist sie nur Begleittherapie zur chinesischen Arzneitherapie oder schulmedizinschen Interventionen.

Was sagen Studien zur Akupunktur?

Die Akupunktur hat sich, schon fast überall durchgesetzt. Es gibt kaum mehr eine Schmerzambulanz in Deutschland, die nicht auch Nadeln einsetzt. Die großen Therapiestudien haben klar gezeigt, dass Akupunktur der konventionellen Behandlung überlegen ist und weniger Nebenwirkung hat. Dabei wurden nur schematische Akupunkturen bei Schmerzen von Kopf, Rücken und Knien durchgeführt. Welche Wirkung eine individuell abgestimmte Akupunktur hat, ist bisher noch nicht untersucht worden.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung bei Rückenschmerzen?
Seit dem 1.1.2007 ist Akupunktur offiziell in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen worden. Leider nur bestimmte Diagnosen wie z.B. für die Behandlung chronischer Lendenwirbelsäulenschmerzen. Die behandelnden Ärzte müssen zusätzlich der kassenärztlichen Vereinigung angehören. Darüber hinaus muss der Patient die Kosten selber tragen. Diese richten sich nach Aufwand und Leistung und werden nach der Gebührenordnung der Ärzte abgerechnet. Die Erstanamnese ist meist am aufwendigsten und dauert eine bis eineinhalb Stunde. Diese kosten bis zu 190 Euro, Folgetermine liegen meist zwischen 60 und 120 Euro.


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